Eine Niederlage mit zwei Wahrheiten
  12.10.2020 •     TSV Schmiden Handball Männer Männer 1

Der Schmidener Trainer Slavko Pustoslemsek (vorne) sieht in Ulm zwei Seiten seiner Mannschaft. Foto: Patricia Sigerist

Nach starker Leistung vor der Halbzeitpause verlieren die Handballer des TSV Schmiden am Samstagabend ihr erstes Auswärtsspiel in der Baden-Württemberg-Oberliga bei der TSG Söflingen am Ende noch deutlich mit 23:31.

Ein sehr ambivalentes Resümee zog Slavko Pustoslemsek nach dem zweiten Spieltag in der Baden-Württemberg-Oberliga. Die von ihm angeleiteten Handballer des TSV Schmiden hatten am Samstagabend bei der TSG Söflingen zwar recht deutlich mit 23:31 verloren. In der ersten Spielhälfte sahen die Zuschauer – darunter auch eine kleine Schmidener Abordnung – in der Kuhberghalle in Ulm hingegen ein ausgeglichenes Spiel. Davon zeugt auch der Spielstand von 14:13 für die Gastgeber nach 30 Minuten. „Es gehören zwei Wahrheiten dazu“, bilanzierte daher Slavko Pustoslemsek.

„In der ersten Hälfte haben wir eine insgesamt sehr geschlossene und gute Leistung auf hohem Niveau gezeigt.“ Teilweise sah der Übungsleiter sein Team dabei nicht nur auf Augenhöhe mit dem Gegner, sondern gar ein wenig besser. „Da hat man gemerkt, dass die Söflinger durchaus überrascht waren“, sagte Slavko Pustoslemsek. Schließlich standen die Schmidener Handballer als Aufsteiger in Ulm einer ligaerfahrenen Mannschaft gegenüber und waren sich ihrer Rolle als Außenseiter bewusst.

Doch Steffen Klett, früher als Spielmacher beim SV Fellbach aktiv, scheint in seiner Funktion als Trainer der TSG Söflingen in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben. Jedenfalls attackierten die Gastgeber zunehmend den Schmidener Deckungsverbund, in dem sich fortan immer mehr Lücken zeigten; einfache Tore aus dem Tempospiel heraus waren die Folge. Und auch Marc Krammer im TSV-Tor, der in der ersten Hälfte noch mehrmals pariert hatte, bekam seine Finger nicht mehr so zielführend an den Ball. Wenn, dann musste er das Spielgerät immer häufiger aus dem eigenen Gehäuse holen und schließlich seinen Platz für Marc Dürr räumen. Seine Torleute seien von der Abwehr regelrecht im Stich gelassen worden, bemängelte Slavko Pustoslemsek.

Womit wir bei der zweiten Wahrheit des zweiten Saisonspiels sind. Denn so gut die Schmidener Handballer vor der Pause mitgehalten hatten, so wenig konnten sie im zweiten Durchgang dagegenhalten. Dadurch setzten sich die Gastgeber, zu denen aufgrund eines Personalengpasses kurzfristig auch wieder Steffen Kletts Bruder Bastian – ebenfalls früher beim SV Fellbach –, gehörte, Tor um Tor ab. Insbesondere der zehnfache Torschütze Aaron Mayer setzte dem Schmidener Verbund zu.

Slavko Pustoslemsek störte sich im Nachgang weniger am Ergebnis gegen den abgeklärten Konkurrenten. Vielmehr beschäftigte den TSV-Trainer die Art und Weise („Ein kolossaler Einbruch“) der Niederlage. „Ein kleines Ausrufezeichen wäre auf jeden Fall drin gewesen mit derselben Intensität wie in der ersten Hälfte.“

Positiv empfand Slavko Pustoslemsek den Auftritt von Lucca Holder nach dessen monatelanger Ausfallzeit. Zwar brauche der Spielmacher noch etwas Zeit und vor allem Spielpraxis, „aber er ist auf einem guten Weg.“ Positiv auch aus Sicht der Gäste, dass sich die Aufgabe des Torewerfens beim TSV auf viele Schultern verteilt hat. Bei 23 eigenen Treffern konnten sich am Samstagabend zehn Schmidener Handballer in die Torschützenliste eintragen. Mit fünf Toren war dabei Richard Babjak am erfolgreichsten.

Eine ausgeglichene Teamleistung wird auch am kommenden Wochenende nötig sein, wenn die Schmidener Handballer in der heimischen Sporthalle auf das nächste Schwergewicht der Liga treffen. Am Sonntag (17 Uhr) gastiert die Mannschaft der SG Köndringen/Teningen in Schmiden. Dann geht es für das TSV-Ensemble um den Kapitän Moritz Klenk darum, die guten Ansätze wieder in eine konstante Leistung über 60 Minuten umzumünzen. Die Partie in Ulm könnte dafür „eine gute Lehre sein“, befand Slavko Pustoslemsek.

TSV Schmiden: Krammer, Dürr – Babjak (5), Müller (4), Pichler (4), Fischer (2), Holder (2), Züfle (2), Weiß (1), Klenk (1), Maurer (1), Klein (1), Leyh, Mack.

erstellt von Patrick Brun von der Fellbacher Zeitung