Erfolgreiche Heim-WM in Frankfurt: Drei Goldmedaillen für Darja Varfolomeev
Darja Varfolomeev hält dem großen Druck stand
Der Weg zu den Erfolgen war dabei alles andere als selbstverständlich. Die Erwartungen an die Olympiasiegerin waren vor heimischem Publikum enorm. Gerade im Mehrkampf musste Darja kämpfen, bewies jedoch einmal mehr ihre Nervenstärke und setzte sich schließlich gegen die starke internationale Konkurrenz durch. Zum dritten Mal in Folge sicherte sie sich den Weltmeistertitel im Mehrkampf.
Auch in den Gerätefinals setzte sie ihre Erfolgsserie fort. Mit dem Ball und dem Band gewann sie zwei weitere WM-Titel, mit dem Reifen kam eine Bronzemedaille hinzu. Besonders emotional war für sie die Unterstützung des deutschen Publikums in der Frankfurter Festhalle. Nach Monaten intensiver Vorbereitung konnte sie ihre Erfolge vor heimischer Kulisse gemeinsam mit den Fans feiern. Einen entscheidenden Anteil an ihrer außergewöhnlichen Entwicklung hat ihre langjährige Trainerin Yulia Raskina. Gemeinsam arbeiten beide seit Jahren am Bundesstützpunkt in Fellbach-Schmiden.
Lada Pusch und Anastasia Simakova ebenfalls für Deutschland am Start
Neben Darja Varfolomeev vertraten mit Lada Pusch und Anastasia Simakova zwei weitere Einzelgymnastinnen des TSV Schmiden die deutschen Farben bei der Heim-WM.
Für beide verlief der Wettkampf allerdings nicht wie erhofft. Lada ging mit Reifen, Ball und Keulen an den Start, musste in ihren Übungen jedoch Fehler hinnehmen und verpasste dadurch den Einzug in die Gerätefinals. Auch Anastasia, die bei der vorangegangenen Weltmeisterschaft mit dem deutschen Team Gold sowie Bronze mit dem Reifen gewonnen hatte, konnte ihr Potenzial in Frankfurt nicht vollständig abrufen und blieb ebenfalls ohne Finalteilnahme.
Auch für die deutsche Nationalgruppe mit Alina Datsenko und Anna-Maria Shatokhin vom TSV Schmiden ging es in Frankfurt um die Medaillen. Gemeinsam mit Anja Kosan, Alina Ott und Helena Ripken belegten sie im Mehrkampf einen starken vierten Platz und qualifizierten sich für beide Gerätefinals. Dort erreichte die Gruppe Rang acht mit fünf Bällen sowie Platz sechs mit drei Reifen und zwei Paar Keulen.
In der abschließenden Teamwertung belegte Deutschland den vierten Platz. Damit gelang es zwar nicht, den zuvor errungenen WM-Titel zu verteidigen, dennoch präsentierte sich das deutsche Team bei der Heim-WM erneut in der internationalen Spitze.
Nach der WM warten Urlaub und Bundeswehr
Für Darja beginnt nach den intensiven vergangenen Monaten nun zunächst eine Trainingspause. Nach einem Termin im Frankfurter Römer und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geht es für sie für zwei Wochen in den Familienurlaub.
Anschließend wartet eine ganz neue Herausforderung abseits der Gymnastikfläche: Zum 1. September beginnt sie ihre vierwöchige Grundausbildung bei der Bundeswehr. Erst danach wird sie wieder in der Trainingshalle in Fellbach-Schmiden erwartet.
Langfristig richtet sich der Blick bereits auf das nächste große Ziel: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Bis dahin wollen Darja und ihr Trainerteam weiter an neuen Übungen und Elementen arbeiten. Dass sie dabei längst selbst Spuren in ihrer Sportart hinterlässt, zeigt auch ein inzwischen vom Weltverband anerkanntes Element, das ihren Namen trägt.
Nach einer emotionalen und erfolgreichen Heim-Weltmeisterschaft darf nun aber erst einmal durchgeatmet werden, bevor in Schmiden die Arbeit an den nächsten großen Zielen beginnt.