Für Sportgymnastik drückt Stadt aufs Tempo
  30.07.2019 •     TSV Schmiden

Renovierung - Im Fellbacher Rathaus ist man zuversichtlich, dass die Übungshalle für die Rhythmischen Sportgymnastinnen in Schmiden nach dem Wasserschaden vor einigen Wochen wieder bis Mitte September zur Verfügung steht. 

Johannes Berner ist am Samstag zum ersten Mal beim Gesangverein Concordia Schmiden zu Gast gewesen. Der Erste Bürgermeister war nicht nur von den Darbietungen der Chöre in der Festhalle angetan. Gelobt hat er in seiner Rede den Zusammenhalt im Stadtteil, der sich in der Not zeigte. Als die Übungshallen im Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik überflutet wurden und Deutschlands beste Vertreterinnen ihrer Sportart kurzfristig auf die benachbarte Sporthalle ausweichen mussten, machten Schulen und Vereine bereitwillig Platz. Die Zeit des Zusammenrückens könnte derweil kürzer sein als gedacht. Schon im September soll zumindest die neue Halle wieder zum Teil nutzbar sein.

Wochenlang liefen die Trockner, und noch immer sind sowohl die neue als auch die alte Halle für jeden Trainingsbetrieb gesperrt. Das schnelle Handeln und das gute Krisenmanagement aller Beteiligten hätten Erfolge gezeigt, sagt Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Doch trotz der großen Schäden soll die neu gebaute Halle voraussichtlich Mitte September wieder zur Verfügung stehen. Der Altbau werde derweil auch in den kommenden Monaten noch gesperrt bleibt. „Wir sind unglaublich froh, dass alles so gut ineinander gegriffen hat, die Schulen und Vereine zusammenrücken und die Bauaufsicht schnell reagiert hat.“

Dabei sah die Lage nach dem ersten großen Wassereinbruch am 10. Juni ziemlich dramatisch aus. Gerade mal vier Tage hatten die Stützpunkt-Gymnastinnen in der neuen Halle trainiert, die noch nicht einmal offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden war, als am Pfingstmontag der große Regen kam. Mehrere Tausend Liter Wasser flossen in die beiden Trainingshallen, in alle angrenzenden Ballett- und Technikräume. Mehrere Zentimeter hoch stand das Wasser. Die federnden Sportböden, die Prallwände, die Schächte und vieles mehr wurden in großen Teilen irreparabel beschädigt.

„Wir haben sofort mit der Arbeit begonnen, damit die Schäden nicht noch größer werden“, kommentiert Bürgermeisterin Beatrice Soltys den derzeitigen Bausachstand. Die Prallwände und Böden seien zeitnah entfernt, Trockner aufgestellt und „Lüftungs-Löcher“ in den Boden der alten Halle gebohrt worden. Die Sofortmaßnahmen sollten Folgeschäden abwenden. „Nun hat uns der Gemeinderat 500 000 Euro für die nächsten Arbeiten freigegeben, damit haben wir die notwendige Flexibilität“, sagt Gabriele Zull.

Die bisher erfolgten Renovierungsarbeiten dienten der Schadensminderung, hatte Oberbürgermeisterin Zull im Gemeinderat am 23. Juli ausdrücklich betont. Die Stadt verliere somit keine Schadensansprüche, verhindere aber, dass die Hallen bis zur endgültigen rechtlichen Klärung nicht nutzbar sind. Derzeit prüften Gutachter die Sachlage. Wahrscheinlich sei das Wasser zuerst über eine verrutschte Abdeckung bei der Renovierung der alten Halle ins Gebäude eingedrungen. Durch zwei nachfolgende Schäden seien erneut undichte Stellen im Dach aufgetreten.

Kathrin Igel, die Stützpunktleiterin ist froh über das schnelle Handeln. Sollte die Halle tatsächlich im September wieder zur Verfügung stehen, sei das „wie vorgezogene Weihnachten“. Zwar habe das für die Vorbereitung der Nationalgruppe auf die Weltmeisterschaft und Olympiaqualifikation im September in Baku keinen Einfluss mehr, aber die sei in der benachbarten Sporthalle derzeit gut aufgehoben, erklärt Kathrin Igel, die in diesen Tagen in ihr Büro im Neubau umsiedeln wird.

Eventuell seien im September der Ballett- und der Technikraum noch nicht voll funktionsfähig, schränkt Beatrice Soltys ein. „Doch bei der Größe des Schadens grenzt die zeitnahe Wiederherstellung schon fast an ein Wunder.“ Das Gute an dem katastrophalen Wassereinbruch sei die Zusammenarbeit danach, erklärte Michael Bürkle, der Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbunds, und dankt ausdrücklich den Schulleitern und den Vereinen TSV Schmiden sowie dem TV Oeffingen für das große Entgegenkommen. Und falls die Halle wider Erwarten nicht zu Schulbeginn fertig würde, „haben die Schulen, Vereine und auch die Rhythmische Sportgymnastik bereits einen Notfallplan ausgearbeitet und können noch mal überbrücken“, sagt OB Zull.

erstellt von Eva Herschmann (Fellbacher Zeitung)