Bessere Vorsätze und Ziele mit der Eisenhower-Matrix
  29.12.2017 •     Zeitmanagement Zielsetzung Produktivität Magazin

Der Jahreswechsel steht an und die meisten von uns beschäftigen sich wieder mit ihren Neujahrsvorsätzen. Mehr Sport treiben, mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen, die Ernährung optimieren, abnehmen, sich nur noch Zeit für die wichtigen Dinge nehmen... Eine To-Do-Liste für das neue Jahr schreibt sich schnell. Und am liebsten möchte man alles sofort erreichen. Am Jahresende folgt dann die Ernüchterung: man hat in den meisten Fällen nur einen Bruchteil von dem erreicht, was man sich eigentlich vorgenommen hatte.

Die Vorsätze ordnen

Das Hauptproblem dieses ganzen Prozesses ist es, dass wir uns zu viele Vorsätze machen. Oben in der Liste der typischen Neujahrsvorsätze hatte ich "mehr Zeit für die wichtigen Dinge nehmen" aufgeführt. Dieses Ziel wird meist schon mit dem Erstellen einer Vorsatzliste gebrochen. Ist die Liste zu lang, fällt der Fokus für die wichtigen Dinge schwer. Ist wirklich alles so wichtig, was auf der Liste steht? Ein erster Schritt wäre also schon einmal die Einführung einer "Rang-To-Do-Liste" in der die einzelnen Punkte mit absteigender Priorität notiert werden. Im zweiten Schritt folgt jedoch der schwierigere Teil: unnötige Dinge identifizieren und von der Liste streichen.

Dringend vs. Wichtig

Für jenen zweiten Schritt gibt es ein bekanntes Tool von Dwight D. Eisenhower, dem früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten: die Eisenhower-Matrix oder auch Eisenhower-Box.
Eisenhower selbst pflegte zu sagen:

"What is important is seldom urgent and what is urgent is seldom important."

Zu deutsch: "Was wichtig ist, ist selten dringend und was dringend ist, ist selten wichtig."
Die Eisenhower-Matrix kann man sich wie eine optimierte To-Do-Liste vorstellen. Sie besteht aus folgenden vier Quadranten:

DringendNicht dringend
WichtigErledigen
Mach es jetzt!
Terminieren
Plane eine Zeit, um es zu machen!
Nicht wichtigDelegieren
Lasse es jemanden für dich erledigen!
Eliminieren
Streiche unnötige Dinge!

Nachdem man also seine Listen mit Vorsätzen für das neue Jahr erstellt hat, sollte man sich für jeden einzelnen Punkt folgende Dinge fragen:

  • Ist mir diese Sache wichtig?
  • Muss diese Sache sofort geschehen oder erledigt werden?
  • Macht mich diese Sache nur kurzzeitig glücklich oder aber auf lange Sicht?

Das Praktische an der Eisenhower-Matrix ist es, dass sie einen zwingt sich für jede Entscheidung, für jedes Projekt, Ziel, etc. sich neu darüber im Klaren zu werden, wie wichtig oder dringend die jeweilige Sache wirklich ist. So stellt man viel öfter fest, dass viele Dinge eigentlich in den "Eliminieren"-Quadranten verschoben werden könnten und auch sollten.

Es ist bald schon keine Ausrede, sondern fast schon ein Privileg, weil erfolgreiche Menschen immer etwas zu tun haben. So glaubt man zumindest. Allerdings zeichnen sich erfolgreiche Personen hauptsächlich dadurch aus, dass sie vorrangig Dinge tun, welche ihnen persönlich wichtig sind. Und doch bekommt es ständig von jedem zu hören: "Ich habe keine Zeit für dies und das, denn ich habe noch so viel zu tun!" Dabei glaubt man gar nicht, wie viel Zeit man gewinnen könnte, wenn man unwichtige und nicht dringende Dinge identifizieren und somit auch streichen kann.

Der "Eliminieren-Quadrant" kann aber auch für eine zweite Funktion genutzt werden. Und zwar lassen sich nicht nur positive, sondern auch negative Vorsätze mit der Eisenhower-Matrix festhalten. Man könnte zum Beispiel den Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören zwar in den "Erledigen-Quadranten" schreiben, schließlich ist es dieser Person wichtig und unter Umständen auch dringend, wenn man den Vorsatz in Rauchen umformuliert kann man ihn aber auch in den "Eliminieren-Quadranten" schreiben. So lässt sich die Matrix nochmal insgesamt übersichtlicher gestalten und verleiht den Vorsätzen einen gewissen Nachdruck.

Konzeptionell ist die Matrix nämlich in eine postive Zeile und eine negative Zeile eingeteilt, wobei die postive Zeile die obere und die negative Zeile die untere ist. Der Fokus sollte jedoch hauptsächlich auf dem "Terminieren-Quadranten" liegen. Denn hier stehen die Dinge, welche auf lange Sicht von Bedeutung sind. Folglich lässt sich innerhalb der Matrix folgende Priorisierung festlegen:

DringendNicht dringend
Wichtig

2

1

Nicht wichtig

3

4

Übergeordneten Vorsatz finden

Damit die Matrix überhaupt funktionieren kann, muss man für sich selbst jedoch im Klaren sein, was das übergeordnete Ziel, beziehungsweise was der übergeordnete Vorsatz ist. Denn erst sobald ein übergeordneter Vorsatz festgelegt ist, lassen sich auch die einzelnen "Untervorsätze" priorisieren und den einzelnen Quadranten zuordnen. Dieser übergeordnete Vorsatz lässt sich zum Beispiel über folgende Fragen erörtern:

  1. Was möchte ich dieses Jahr erreichen?
  2. Welche Kernwerte sind mir dieses Jahr wichtig?
  3. Wo möchte ich selbst in 5 oder 10 Jahren stehen?

Beim Vorsätze schmieden sollte man sich also durchaus etwas mehr Zeit nehmen. Es empfiehlt sich, lieber einmal mehr über jeden Punkt auf der Liste nachzudenken, anstatt einfach nur eine Liste runter zu schreiben und am Ende des Jahres wieder festzustellen, dass ein Großteil der Vorsätze in Vergessenheit geraten ist. Was man dann erhält ist eine Liste mit Vorsätzen die wirklich von persönlicher Bedeutung sind. Denn eines sollte man immer im Hinterkopf behalten: Es sind die eigenen und persönlichen Vorsätze, welche man umsetzen möchte und nicht die anderer Personen.

Euer

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